Auskunftsanspruch eines abgemahnten Arbeitnehmers gegenüber Arbeitgeber aus DSGVO

In einem Arbeitsverhältnis besteht ein Auskunftsanspruch des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber aus Artikel 15 1. Absatz Halbsatz 2 DSGVO. Von diesem Anspruch umfasst sind auch alle personenbezogenen Leistungs- und Verhaltensdaten.

Dieser Anspruch kann zwar grundsätzlich wegen entgegenstehender Interessen Dritter ausgeschlossen oder beschränkt sein, der Schutz von Hinweisgebern ist als allgemeiner Grund jedoch nicht ausreichend. Auch die Befürchtung, dass zukünftige Hinweise durch Mitarbeiter aus Furcht vor Repressalien ausbleiben, rechtfertigt eine Verweigerung nicht.

Der Arbeitgeber hat darzulegen, auf welche genauen Informationen sich das berechtigte Interesse an einer Geheimhaltung bezieht und warum das Geheimhaltungsinteresse bei einer Abwägung im Einzelfall das Auskunftsinteresse des Mitarbeiters überwiegt.

Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Az. 17 Sa 11/18

« Zurück zur Übersicht