Keine Bonitätsprüfung vorgenommen: Pflichtverletzung des Mietverwalters

Der Verwalter ist aufgrund des Mietverwaltervertrages zur sorgsamen Auswahl eines geeigneten Mieters verpflichtet. Dazu gehört grundsätzlich auch eine Bonitätsprüfung.

Die Auswahl des "richtigen" Mieters ist eine für den Wert der Immobilie entscheidende Frage, denn dieser wird erheblich auch von der Nachhaltigkeit der Miete beeinflusst, die ihrerseits an der Laufzeit des Mietvertrages und insbesondere der Bonität des Mieters gemessen wird. Dieser Pflicht genügt der Verwalter nicht bereits durch die Einholung einer Selbstauskunft des Mietinteressenten.

Eine solch weitgehende Bonitätsprüfung lag im konkreten Fall bei Abschluss des Mietvertrages nicht vor. Das Gericht hat hierin jedoch ausnahmsweise keine Pflichtverletzung gesehen, da die Vermieterin in Kenntnis dessen, dass die Bonität der Mietinteressentin nicht ausreichend geprüft war, dem Abschluss des Mietvertrages trotzdem zugestimmt hat. Diese Ausnahme hat den Verwalter vor einem Regressanspruch bewahrt.

OLG Düsseldorf, Urteil vom 14.03.2013 - 12 U 55/12

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