Angemessenheit der Ausbildungsvergütung

Auszubildende haben Anspruch auf eine angemessene Vergütung. Doch was ist „angemessen“?

Maßgeblich hierfür ist nach jüngster Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts die Verkehrsanschauung. Wichtigster Anhaltspunkt seien die einschlägigen Tarifverträge. Eine Ausbildungsvergütung sei in der Regel nicht mehr angemessen, wenn sie die in einem einschlägigen Tarifvertrag geregelte Vergütung um mehr als 20 % unterschreite.

Jedoch kann der Ausbildende die darauf gerichtete Vermutung widerlegen, indem er darlegt, dass besondere Umstände die niedrigere Ausbildungsvergütung rechtfertigen. Er hat dies aber nicht nur zu behaupten, sondern auch zu beweisen. Die Anforderungen hierzu sind sehr hoch.

Bundesarbeitsgericht
Urteil vom 29. April 2015 - 9 AZR 108/14 -

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